Klimaneutral leben im Alltag – wie geht das eigentlich?

Klimaneutralität ist aktuell in aller Munde und viele Brands werben mit klimaneutralen Produkten. Aber was bedeutet „klimaneutral“ eigentlich genau? Und wie kann jeder einzelne von uns klimaneutral(er) leben und CO2 einsparen?

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klimaneutrale Kleidung
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Unser Beitrag zum Klimaschutz: CO2-​Kompensation und das Kreieren klimaneutraler Produkte und Kollektionen

Wie entsteht eigentlich CO2 und warum ist es so gefährlich?

KlimaforscherInnen sind sich einig: je mehr Treibhausgase (CO2, Methan, Distickstoffmonoxid etc.) entstehen, desto wärmer wird die Erde – eine Auswirkung des Klimawandels. Vermehren sich diese Treibhausgase, z.B. durch vom Menschen verursachte Emissionen, spricht man vom sogenannten anthropogenen Treibhauseffekt. Kohlenstoffdioxid (kurz CO2) entsteht z.B. bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Also vor allem im Bereich Heizen, Strom, Mobilität und Ernährung. Pro Kopf liegt der Verbrauch in Deutschland bei rund 10,4 Tonnen (der weltweite Durchschnitt liegt bei rund fünf Tonnen). Extreme Wetterbedingungen wie Dürren, Hitzewellen, schwere Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche aber auch steigende Meeresspiegel, versauernde Ozeane und weniger Biodiversität sind die Folgen der sich rasch verändernden klimatischen Bedingungen.

Quelle: https://go.nasa.gov/2Ij5mXn
Mit Hitze und Trockenheit kommt es häufiger zu Bränden. Das Programm Global Forest Watch zeigt, wo aktuell auf der Welt Feuer lodern (Momentaufnahme vom 7.11.2020).

Was versteht man unter Klimaneutralität?

Klimaneutralität bedeutet, ein Gleichgewicht zwischen Kohlenstoffemissionen und der Aufnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Kohlenstoffsenken wie Böden, Wälder und Ozeane herzustellen. Im Alltag spricht man aber schlichtweg meist dann von Klimaneutralität, wenn Aktivitäten oder Produkte keine Treibhausgasemissionen verursachen, das Klima also nicht belasten.

Da klimaschädliche Treibhausgase aber bei den wenigsten Aktivitäten oder auch Produkten komplett vermieden werden können, geht man heute dazu über, die bereits ausgestoßenen Gase an anderer Stelle wieder einzusparen, also zu kompensieren. Kompensation bedeutet: Eine bestimmte Menge an Treibhausgasen wird z.B. bei der Produktion einer Jacke ausgestoßen. Dafür werden in einem Klimaschutzprojekt an anderer Stelle Emissionen mit der mindestens gleichen Klimawirksamkeit vermieden. In der Summe bleiben die weltweiten Treibhausgasemissionen also gleich – die ausgestoßenen Gase werden „ausgeglichen“[1].

klimaneutralität und umwelt
Quelle: Ina96, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Mount Kasigau im Kasigau Nationakpark, Kenia

Für das Klima spielt es nämlich keine Rolle, wo Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen und wo sie reduziert werden. Es kommt nur darauf an, dass die weltweiten Emissionen insgesamt abnehmen. Daher kann ein Unternehmen durch Unterstützung internationaler Klimaschutzprojekte quasi komplett „klimaneutral“ werden. Diese Möglichkeit ist durch den Beschluss des Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-​Protokolls von der Politik legitimiert worden.

Ist Sympatex klimaneutral?

Wer klimaneutrale Produkte kauft, leistet also einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz. Daher hat sich auch Sympatex für die Klimakompensation entschieden, um alle CO2-Emissionen, die in der Prozesskette der Herstellung unserer Produkte unvermeidlich entstanden sind, wieder auszugleichen. Wir arbeiten hierfür mit ClimatePartner zusammen und gleichen unsere CO2-Emissionen durch diverse Klimaschutzprojekte, wie etwa dem Waldschutz im Kasigau Wildlife Korridor in Kenia aus. Auch viele unserer Brandpartner, u.a. Vaude, Ziener, Zanier und bleed organic clothing entscheiden sich für den Klimaschutz durch CO2-Kompensation und kreieren klimaneutrale Produkte und Kollektionen. So gelang es unserem Brandpartner bleed organic clothing, die weltweit erste komplett klimaneutral hergestellte und vollrecycelte Outdoorjacke zu entwickeln. Und unser Brandpartner Ziener launcht dieses Jahr die erste klimaneutrale Skihandschuh-Kollektion Ex4, die zudem aus recycelten Materialien und komplett PFC-frei hergestellt wird.

klimaneutrale Textilien
Quelle: Ziener
Klimaneutraler Handschuh aus der Produktreihe EX4 von Ziener mit Sympatex-Membran.

Wie kann ich CO2 sparen und klimaneutraler leben?

Wer seinen persönlichen CO2-Fußabdruck verringern möchte, sollte aber nicht nur klimaneutrale Produkte kaufen, sondern sich unweigerlich auch ein paar Fragen stellen:

· Welchen Strom verwende ich?

· Wie häufig nutze ich PKWs?

· Wie heize ich?

· Welche Nahrungsmittel konsumiere ich?

Denn schließlich sind es die alltäglichen Dinge, die am Ende den Unterschied machen. Rund 21 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen auf unsere Mobilität. Wer also etwas für seine Klimabilanz tun will, sollte für kurze Strecken auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen und sein Autofahrverhalten überprüfen.

klimaneutrale Fortbewegung
© zinkevych / #217933647 - stock.adobe.com
Rund 21 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen auf unsere Mobilität

Weitere 21 Prozent der CO2-Emissionen pro Kopf entfallen in Deutschland auf Heizung und Strom – damit blasen unsere Häuser und Wohnungen ebenso viele Treibhausgase in die Luft, wie der gesamte Verkehrsbereich. Daher sollte man unnötiges Heizen durch eine gute Klimaregelung und eine ausreichende Dämmung vermeiden und über einen Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter nachdenken. Auch ein Umzug in eine kleinere Wohnung spart jede Menge CO2. Beim Kauf von neuen Elektrogeräten sollte man diese mit der höchsten Effizienzklasse A+++ wählen, dadurch kann man pro Jahr etwa 130 Kilo an CO2 einsparen.

Auch auf dem Teller entstehen bei vielen Menschen große Mengen CO2: Denn tierische Produkte machen den Großteil der CO2-Emissionen aus, die durch unsere Ernährung entstehen. Vegetarier und Veganer haben daher eine erheblich bessere Klimabilanz als Fleischesser. Letztere haben einen durchschnittlichen Ernährungs-Fußabdruck von 1760 Kilo CO2 pro Jahr. Bei Vegetariern sind es 1160 Kilo, bei Veganern nur 960 Kilo. Mehr Obst und Gemüse lautet daher die Devise für den Klimaschutz.

klimaneutrale Lebensweise
© sonyakamoz / #254451278 - stock.adobe.com
Tierische Produkte machen den Großteil der CO2-Emissionen aus, die durch unsere Ernährung entstehen.

Und wer dennoch nicht umhin kommt zu fliegen, viel Auto zu fahren oder aus ethischen Gründen seinen kompletten CO2-Fußabdruck eines Jahres ausgleichen möchte, kann seine Emissionen ebenfalls kompensieren. Bekannte Anbieter für Privatpersonen sind Atmosfair, Myclimate oder Klima-Kollekte. Diese Organisationen garantieren, dass der Betrag, den man für die Kompensation seiner Emissionen bezahlt, dafür verwendet wird, die Menge an CO2 im Rahmen diverser Klimaschutzprojekte auszugleichen.

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