Glossar

Wichtige Begriffe und Definitionen aus dem Bereich Funktionstextilien

Adaptive Bekleidung

Unter adaptiver Bekleidung versteht man Bekleidungssysteme, die sich den Umgebungsbedingungen und dem physischen Zustand des Trägers anpassen können. Auch viele Funktionstextilien besitzen solche Eigenschaften.

Antimikrobiell

Antimikrobiell bedeutet “gegen Mikroorganismen gerichtet”. Eine antimikrobielle Substanz ist eine Verbindung, welche das Wachstum von Mikroorganismen (z. B. Bakterien) hemmt oder sogar ganz verhindert.

Atmungsaktivität

Der Begriff der Atmungsaktivität wird im Bereich der Bekleidungsphysiologie häufig als Synonym für die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Materials verwendet. Ein Maß für die Atmungsaktivität eines Materials ist z. B. dessen Ret-Wert. Besonders Funktionstextilien mit Membran können bei gleichzeitigem Regenschutz optimale Atmungsaktivität bieten.

Beschichtung

Beschichtung (Coating) bedeutet allgemein das Auftragen von Kunststoffen auf Trägermaterialien, z. B. auf textile Flächengebilde.

Bluesign®

Der Bluesign® Standard des im Jahr 2000 gegründeten Schweizer Unternehmens Bluesign Technologies AG ist ein globales Gütesiegel für nachhaltige Produkte und Produktionsverfahren. Seither wurde der Bluesign® Standard bei verschiedenen, weltweit führenden Membran-, Textil-, Textilhilfsmittel- und Laminatsherstellern implementiert. Der Bluesign® Standard ist ein unabhängiger Industriestandard, der die komplette textile Produktionskette in den Blick nimmt. Er deckt neben den Punkten Verbraucher- und Arbeitsschutz auch die Aspekte Emissionen (Luft, Wasser) und ressourcenschonende Produktion ab. Als Bluesign® Systempartner erfüllt Sympatex die weltweit strengsten Richtlinien bezüglich seiner Herstellungsverfahren und Produkte im Hinblick auf Umwelt-, Arbeits- und Verbraucherschutz.

Carbon Footprint

Der CO2-Fußabdruck, auch CO2-Bilanz genannt, ist ein Maß für den Gesamtbetrag von Kohlendioxid-Emissionen, der, direkt und indirekt, durch eine Aktivität verursacht wird oder über die Lebensstadien eines Produkts entsteht. Da es (Stand 2011) noch keine international anerkannte Definition gibt, werden in einige Berechnungen auch alle Treibhausgase oder auch zusätzliche Faktoren einbezogen.

Dehnbarkeit

Der Begriff Dehnbarkeit kommt aus der Festigkeitslehre, und man versteht darunter die Eigenschaft eines Werkstoffes, unter Krafteinwirkung seine Form zu verändern. Die Dehnbarkeit gibt an, wie weit ein Werkstoff verlängert werden kann, ohne dass er bricht oder reißt.

Elastizität

Elastizität ist die Eigenschaft eines Körpers oder Werkstoffes, unter Krafteinwirkung seine Form zu verändern und bei Wegfall der einwirkenden Kraft in die Ursprungsform zurückzukehren. Bei Funktionstextilien, die insbesondere bei sportlichen Aktivitäten zum Einsatz kommen, kann eine ausgeprägte Elastizität von Vorteil sein.

Fleece

Fleece ist ein häufig aus Polyester hergestelltes textiles Produkt mit flauschiger Oberfläche. Dieses wird überwiegend in Textilien und Funktionsbekleidung eingesetzt und dient hierbei der Wärmeisolation. Neben der wärmeisolierenden Eigenschaft besitzt Fleece noch weitere Vorteile. Es ist elastisch, weich auf der Haut und bringt häufig gewisse wasserabweisende Eigenschaften mit sich.

Fluorcarbonfreie Kleidung

Fluorcarbone werden seit über 30 Jahren zur wasserabweisenden Ausrüstung von Textilien eingesetzt. Diese Stoffe reichern sich in der Umwelt an und werden nur sehr langsam abgebaut. Sympatex zählt weltweit zu den ersten Anbietern fluorcarbonfreier Laminate, die die Kriterien 100%ige Wasser- und Winddichte sowie optimale Atmungsaktivität ohne ökologische Kompromisse erfüllen.

Funktionsbekleidung / Funktionstextilien

Funktionstextilien sind Textilien, die sich u. a. durch Wasser-, Winddichtigkeit, Atmungsaktivität, Thermoregulierung und Strapazierfähigkeit auszeichnen können. Die Textilien sorgen auch bei sich verändernden Umgebungsbedingungen für einen optimalen Tragekomfort. Aufgrund ihrer positiven Eigenschaften werden Funktionstextilien häufig in Sport-, Freizeit-, Arbeits-, Sicherheitsbekleidung und Schuhen eingesetzt.

Hydrophil

Hydrophil (altgr. „wasserliebend“) bedeutet wasseranziehend bzw. feuchtigkeitsleitend. Das Gegenteil von hydrophil ist hydrophob.

Hydrophob

Hydrophob (altgr. „wassermeidend“) bedeutet wasserabweisend bzw. nicht feuchtigkeitsleitend. Das Gegenteil von hydrophob ist hydrophil.

Imprägnieren

Allgemein versteht man unter Imprägnieren das Durchtränken von Textilien mit Substanzen, die ihnen neue zusätzliche Eigenschaften verleihen, sie z. B. wasserabweisend, schmutzabweisend oder flammfest machen. Bei Funktionstextilien versteht man unter Imprägnieren zumeist eine wasserabweisende Ausrüstung.

Kompakte Membran

Im Gegensatz zu mikroporösen Membranen zeichnen sich kompakte Membrane durch eine porenlose Struktur aus. Die Sympatex Membran zählt ebenfalls zu den kompakten Membranen und arbeitet nach einem physikalisch-chemischen Prinzip, bei dem Wasserdampfmoleküle nach einem Adsorptions-Diffusions-Desorptionsmechanismus entlang der Molekülketten durch die Membran hindurch transportiert werden.

Laminat


Ein Laminat ist ein Material, das aus mehreren Schichten aufgebaut ist. Bei Funktionstextilien handelt es sich bei den einzelnen Schichten in der Regel um eine oder mehrere textile Lagen, die mit einer Membran verbunden sind. Zwei- oder mehrlagige Laminate werden u. a. zu Funktionsbekleidung und –schuhen verarbeitet. Je nach Laminatstyp eignen sich diese für vielfältige Anwendungsbereiche wie z. B. für leichte, modische Freizeitbekleidung, strapazierfähige Outdoorbekleidung, Arbeitsschutzkleidung, Schuhe und für technische Anwendungen u. a. im Automobil- und Medizintechnikbereich. Die Herstellung eines Laminats bezeichnet man als laminieren.

Membran

Eine Membran bezeichnet eine dünne Trennschicht. Bei Funktionstextilien sorgt der Einsatz von wasserdichten und gleichzeitig atmungsaktiven Membranen einerseits für das zuverlässige Abhalten von Wind und Nässe. Andererseits wird der Abtransport von dampfförmigem Schweiß zugelassen, wodurch ein optimaler Tragekomfort gewährleistet ist.

Mikrofaser

Eine Mikrofaser ist eine Chemiefaser, die bei einer Länge von 10.000 m ein Gewicht von maximal 1 g aufweist. Dies entspricht einem Einzeltiter von 1 dtex. Somit sind Mikrofasern feiner als Naturfasern wie z. B. Seide. Aus Mikrofasern hergestellte Funktionstextilien sind geschmeidig, weich, leicht und nehmen bedingt durch ihre große Oberfläche Feuchtigkeit schnell auf und trocknen zugleich schnell ab.

Mikroporöse Membran

Im Gegensatz zu kompakten, porenlosen Membranen funktionieren mikroporöse Membrane auf Grundlage eines rein physikalischen Prinzips. Durch mikroskopisch kleine Kanäle diffundieren Wasserdampfmoleküle. Die wesentlich größeren Wassertropfen können diese Kanäle aufgrund ihrer Größe dagegen nicht passieren.

Öko-Tex® Standard 100

Der Öko-Tex® Standard 100 ist ein unabhängiges Zertifizierungssystem für schadstoffgeprüfte Textilien. Es wurde zu Beginn der 1990er Jahre als Reaktion auf das Bedürfnis von Verbrauchern und der allgemeinen Öffentlichkeit nach gesundheitlich unbedenklichen Textilien entwickelt.
Das Prüf- und Zertifizierungssystem des Öko-Tex® Standards 100 wird den vielfältigen Qualitätsanforderungen der Verbraucher an moderne Textilprodukte gerecht und berücksichtigt gleichzeitig die komplexen Produktionsbedingungen in der Textilindustrie.

Polyester

Polyester bezeichnet eine Klasse von Polymeren. Anwendung finden Polyester u. a. bei der Herstellung synthetischer Fasern, die trotz ihres geringen Gewichtes äußerst widerstandsfähig, dehnbar und reißfest sind. Dabei ist der Stoff formbeständig, pflegeleicht, schnelltrocknend und knitterarm. Polyesterfasern werden rein oder in Mischung mit anderen Natur- oder Chemiefasern u. a. zu Sportbekleidung, Berufsbekleidung, Oberbekleidung, zu Haus- und Heimtextilien sowie zu technischen Textilien verarbeitet.

PTFE

Polytetrafluorethylen (PTFE) ist ein synthetisches Polymer, das aus Fluor und Kohlenstoff aufgebaut ist. Aus PTFE hergestellte Produkte zeichnen sich in der Regel durch eine geringere Entflammbarkeit, eine ausgeprägte Chemikalienbeständigkeit und eine hohe Wärmeleitfähigkeit aus. PTFE geriet in den letzten Jahren in die Kritik, da bei der Herstellung von PTFE Fluorverbindungen zum Einsatz kommen, die im Verdacht stehen, gesundheitsschädlich und sogar krebserregend zu sein.

Ret-Wert

Der Wasserdampfdurchgangswiderstand (Ret) bezeichnet gemäß ISO 11092 den Widerstand, den ein Material dem Durchgang von Wasserdampf entgegen setzt. Je niedriger dieser Widerstand ist, desto wasserdampfdurchlässiger / atmungsaktiver ist das Material. Dabei ist die Atmungsaktivität nach der Klassifizierung der Hohenstein Institute bei einem Wert unter 6 als “sehr gut”, 6-13 “gut”, 13-20 “befriedigend” und über 20 “unbefriedigend” kategorisiert.

Wasserabweisung

Unter Wasserabweisung versteht man die Eigenschaft von Materialien, die die sofortige Aufnahme von Wasser verhindert. Bei Funktionstextilien wird neben der Wasserdichtigkeit, die z. B. durch den Einsatz einer Membran erreicht werden kann, zusätzlich auch eine Wasserabweisung auf die äußerste textile Lage aufgebracht, um die Aufnahme von Feuchtigkeit durch das Textil zu verhindern. Eine Wasseraufnahme der äußersten textilen Lage würde sich bereits negativ auf den Tragekomfort (z. B. durch klammes Tragegefühl) auswirken. Die Wasserabweisung wird z. B. durch Ausrüstung mit fluorcarbon-haltigen oder fluorcarbon-freien Textilhilfsmitteln erreicht, die ein Abperlen der Wassertropfen bewirken.

Wasserdichtigkeit

Unter Wasserdichtigkeit versteht man die Eigenschaft von Materialien, die das Ein- oder Durchdringen von Wasser bis zu dem für die jeweilige Anwendung notwendigen Grad verhindert. Bei wasserdichten Funktionstextilien wird der Träger durch den Einsatz von z. B. Membransystemen permanent vor Nässe geschützt.

Wassersäule

Die Wasserdichtigkeit von Funktionstextilien wird häufig in „mm Wassersäule“ angegeben. Es wird der Wasserdruck gemessen, den eine Wassersäule von bestimmter Höhe auf Materialien ausübt, ohne dass Wasser sie durchdringt.

Wetterschutzkleidung

Wetterschutzkleidung bietet dem Träger Schutz vor unterschiedlichsten Witterungseinflüssen. Wasserdichte Funktionstextilien beispielsweise schützen effektiv gegen Wind, Kälte und Nässe.

Windchill Effekt

Darunter versteht man ein Temperaturempfinden, das bei zunehmender Windgeschwindigkeit von der tatsächlich gemessenen Lufttemperatur abweicht. Beispielsweise liegt bei einer Lufttemperatur von 6°C und einer Windgeschwindigkeit von 30 km/h die empfundene Temperatur bei -5°C. Bei Windstille beginnt man bei einer Lufttemperatur von etwa 18°C zu frösteln, bei mittlerem Wind geschieht dies bereits bei einer Lufttemperatur von etwa 25°C.

Zwiebelsystem bzw. Zwiebelschalenprinzip

Im Funktionsbekleidungsbereich versteht man unter dem Zwiebelsystem bzw. dem Zwiebelschalenprinzip eine Kombination einzelner Kleidungsstücke, die, vergleichbar den Schichten einer Zwiebel, übereinander angezogen werden. Durch den modularen Aufbau der Bekleidung ist durch Hinzufügen oder Entfernen einzelner Schichten eine individuelle und gleichzeitig einfache Anpassung der Kleidung an sich ändernde Temperatur- und Witterungsverhältnisse möglich. Um optimalen Feuchtetransport weg vom Körper zu erreichen und sich gleichzeitig gut gegen Kälte, Wind und Nässe zu schützen, muss auf eine geeignete Materialwahl sowie auf eine optimale Passform der unterschiedlichen Schichten geachtet werden. Die verschiedenen Kleidungsschichten erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. Die hautnahe Textilschicht dient in erster Linie dem möglichst schnellen Abtransport des sich auf der Hautoberfläche bildenden Schweißes. Die Mittelschicht(en) sollen durch ihre isolierenden Eigenschaften vor allem dazu beitragen, das Auskühlen des Trägers zu verhindern. Die strapazierfähige Außenschicht soll im Wesentlichen vor Wind und Nässe schützen und gleichzeitig atmungsaktiv sein, damit Schweiß möglichst effizient nach außen abtransportiert werden kann.